Relationale Barrieren
Ausgehend vom bio-psycho-sozialen Behinderungsmodell sind Barrieren relational zu verstehen: Nicht eine bestimmte Eigenschaft der Umwelt an sich stellt eine Barriere dar, sondern sie wird erst dann zu einer Barriere, wenn eine Person mit einer bestimmten Beeinträchtigung auf sie trifft und in einer Aktivität oder in ihrer Teilhabe beeinträchtigt wird. Ob ein Merkmal als eine Barriere zu beurteilen ist, kann also nur in Bezug auf eine konkrete Beeinträchtigung und Aktivität einer Person bestimmt werden. Verallgemeinerungen können (neue) Barrieren für Individuen zur Folge haben. Dies verdeutlicht, dass es zentral ist, Menschen mit Behinderungen als Expertinnen und Experten in eigener Sache anzuerkennen. Sie müssen bei der Einschätzung der Zugänglichkeit von Hilfsangeboten einbezogen werden. Das gilt sowohl für die (Weiter-)Entwicklung von Angeboten als auch in der Beratung von Menschen mit Behinderungen. Um die Beratung barrierefrei gestalten zu können ist es zentral, die Bedürfnisse bei jedem Klienten und jeder Klientin direkt zu erfragen.
